Der rechtliche Rahmen für eine öko-fair-soziale Beschaffung


Die Beschaffung in der Evangelischen Landeskirche ist an einen rechtlichen Rahmen gebunden, die Vergabeordnung (PDF Download). Darin ist z.B. geregelt, dass ein höherer Preis eines umweltverträglichen Produkts kein Hindernis darstellt, Waren aus dem fairen Handel ebenso zu bevorzugen sind wie Waren aus der Region. Es soll darauf geachtet werden, dass sämtliche Produkte ohne Kinderarbeit hergestellt wurden und wo möglich soll auf Produkte aus Werkstätten für Menschen mit Behinderung zurückgegriffen werden. Damit ist klar, dass der rechtliche Rahmen der Landeskirche eine öko-fair-soziale Beschaffung nicht nur erlaubt, sondern sogar explizit einfordert.

Nur wenige haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden in der Landeskirche haben die Vergabeordnung vor Augen, wenn sie für ihre Gemeinde oder Einrichtung einkaufen. Deshalb empfehlen wir Ihnen, dass Sie in Ihren Leitungsgremien die Verabschiedung einer eigenen Beschaffungsordnung anregen. Das können allgemeine Leitlinien sein oder sehr spezifische Vorgaben, was gekauft werden darf und bei welchen Händlern.

 

 

Wir suchen Ihre Erfahrungen


Haben Sie in Ihrer Gemeinde bereits so etwas wie eine Beschaffungsordnung erlassen? Oder haben Sie einen Beschluss zur nachhaltigen Beschaffung gefasst? Bitte berichten Sie uns von Ihren Erfahrungen per Mail an oefsb(at)ekiba.de.

Praxisbeispiel I: Beschaffungsordnung der Kirchengemeinden Ottoschwanden und Brettental

Die Kirchengemeinden Ottoschwanden und Brettental haben sich im Rahmen des Grünen Gockels eine Beschaffungsordnung gegeben. Sie folgen dabei den drei wesentlichen Grundprinzipien der öko-fair-sozialen Beschaffung:

  • Es wird nur beschafft, was wirklich benötigt wird.
  • Kritische Produkte sollten möglichst durch unkritische ersetzt werden (z.B. einheimische Pflanzen statt importierte mit unklarer Herkunft).
  • Die beschafften Produkte sollen ein anerkanntes Nachhaltigkeitszeichen tragen.

Beschaffungsordnung von Ottoschwanden und Brettental (PDF)

 

 

Praxisbeispiel II: Beschaffungsordnung der Kirchengemeinde Kürnbach-Bauerbach

Die  Kirchengemeinde Kürnbach-Bauerbach betont in ihrer Beschaffungsordnung direkt zu Beginn ihre Vorbildfunktion. Sie verweist auf ihre Schöpfungsrichtlinie zu einem schonenden und bewussten Umgang mit natürlichen Ressourcen. Es wird explizit darauf hingewiesen, dass die Beschaffungsordnung auch bei Anmietung der Räumlichkeiten der Gemeinde gilt. Ferner werden Läden nach Produktgruppen aufgeschlüsselt zum öko-fair-sozialen Einkauf in Kürnbach benannt.

Beschaffungsordnung Kürnbach-Bauerbach (PDF)

 

 

Praxisbeispiel III: Beschaffungsordnung der Peterskirche Leipzig

Die Petersgemeinde macht klare Vorgaben zur Beschaffung aller Produkte: Für alle wesentlichen Produktbereiche wurden Standards definiert und Bezugsquellen identifiziert. Die Umsetzung erfolgt nach strengen Regeln: Auslagen von Haupt- und Ehrenamtlichen werden nur erstattet, wenn die öko-fair-sozialen Vorgaben eingehalten wurden. Daher setzt die Petersgemeinde auf eine intensive Kommunikation des Beschlusses an alle Mitarbeitenden in der Kirchengemeinde. Durch diesen Austausch werden die Menschen in der Gemeinde auch für einen anderen Konsum zuhause sensibilisiert.

Beschaffungsordnung Petrusgemeinde Leipzig (PDF)

 

 

Praxisbeispiel IV: Beschaffungsleitlinie Bühl

Die Kirchengemeinde Bühl entschied sich bewusst für den Ausdruck "Beschaffungsleitlinie" statt "Beschaffungsordnung". Das Umweltteam versteht das durch den Kirchengemeinderat verabschiedete Dokument vor allem als Leitfaden zum nachhaltigen Einkaufen. Nach einer kurz gehaltenen Erklärung und Einleitung folgt eine Liste mit konkreten Kriterien, Produktempfehlungen und möglichen Bezugsquellen.

Beschaffungsleitlinie der Evangelischen Kirchengemeinde Bühl