Gemeindefest und andere kirchliche Veranstaltungen


Sie planen Ihr nächstes Gemeindefest, eine Adventsfeier oder eine goldene Konfirmation? Dies sind tolle Gelegenheiten, viele Gemeindemitglieder auf kreative und vielfältige Weise für verschiedene Umweltthemen zu sensibilisieren. So ist beispielsweise die Auswahl an Lebensmitteln ein wichtiger Faktor und ein wichtiges Signal bei der öko-fair-sozialen Beschaffung. Es sollte immer auch das Angebot eines vollwertigen vegetarischen Gerichts geben, noch besser wäre natürlich ein komplett vegetarisches Büffet für Ihre Veranstaltung.

Es ist nicht immer einfach, die Zutaten alle vor Ort einzukaufen. Fragen Sie den Bäcker, Wirt oder Metzger ihres Vertrauens nach öko-fair-sozial erzeugten Lebensmitteln. Nachfrage  erzeugt Angebot. Mehr zu den Kriterien zum nachhaltigen Einkauf von Lebensmitteln finden Sie hier. Eine weitere Option ist ein Mitbringbuffet zu veranstalten, mit der Bitte möglichst regional, saisonal und ökologisch zu kochen oder zu backen.

Wichtig für eine nachhaltige Veranstaltung ist auch die An- und Abreise aller Beteiligten, da hierbei viele Emissionen verursacht werden. Hinweise, wie Sie Emissionen bei Ihrer Veranstaltung vermeiden bzw. ausgleichen, finden Sie in den Infoboxen.

Tipps für Ihr Gemeindefest


Anreise zum Gemeindefest

Nach Möglichkeit sollte die Anreise zum Gemeindefest zu Fuß, mit dem Rad oder dem öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) erfolgen. Planen Sie die Zeiten einer Veranstaltung so, dass TeilnehmerInnen sie gut mit dem ÖPNV erreichen können. Greifen Sie bei der Bewerbung des Festes das Thema Anreise mit auf und geben Sie Hinweise zur Erreichbarkeit mit dem ÖPNV. Hier finden Sie weitere Hinweise zur ökologischen Mobilität bei Veranstaltungen.

Nachhaltiges Feiern mit guter Erfahrung in der Lukasgemeinde

Ein öko-fair-sozialer Einkauf in Kombination mit einer offenen Bewerbung des Themas kann ein guter Anknüpfungspunkt für Gespräche beim Gemeindefest sein. Damit hat z.B. die Lukasgemeinde aus Karlsruhe sehr gute Erfahrungen gemacht. Am Ende des Gemeindefestes in der Lukasgemeinde stand übrigens eine schwarze Null (das Essen wurde auf Spendenbasis abgegeben).

Kulinarische Versorgung

Unterschiedliche Zutaten eines Essens haben verschiedene Umweltauswirkungen. Welche Zutaten welche Auswirkungen auf das Klima haben, können Sie mit Hilfe dieses Emissionsrechners berechnen lassen. Versuchen Sie doch einmal ein Menu mit möglichst wenigen Emissionen bei Ihrer Veranstaltung anzubieten und bewerben dieses explizit.

Geschirr

Als Geschirr empfehlen wir ganz klar Mehrweggeschirr. Sollte in Ihrer Gemeinde Geschirr oder weitere Utensilien für ein gelungenes Gemeindefest nicht zu Verfügung stehen, versuchen Sie dieses in anderen Gemeinden, Einrichtungen oder Vereinen zu leihen. Muss es dennoch Einweggeschirr sein, empfehlen wir ökologischeres Einweggeschirr, wie Teller aus Palmenblättern oder FSC-zertifizierter Pappe. Auch Besteck ist aus Holz in FSC-Qualität erhältlich.

Übrig gebliebenes

Essensreste sollten nicht entsorgt werden, sondern verteilt werden. Schließlich werden hierzulande im Schnitt pro Person und Jahr 82 kg Essen entsorgt. Was sie mit welcher Restzutat zubereiten können, erfahren Sie hier. Gesammelte und gereinigte Eisdosen können als Mitnahmemöglichkeit für Reste verwendet werden, weisen Sie darauf bereits in der Einladung hin. Oder nutzen Sie diese Papiertüten hier. Vermeiden Sie Alufolie, da diese besonders klimaschädlich ist. Besser ist natürlich, wenn erst gar keine Reste entstehen. Hierzu kann die nebenstehende Übersicht behilflich sein.

 

 

Lieblingsessen

Quelle: Oliver Hauptstock/ epd

Kompensation

Auch wenn Sie versuchen Ihre Veranstaltung so nachhaltig wie möglich zu gestalten, wird hierfür natürlich Energie benötigt und somit werden klimaschädigende Emissionen freigesetzt. Sei es für die Anreise der TeilnehmerInnen, die Zubereitung der Speisen oder für Musik. Nutzen Sie in Ihrer Gemeinde Ökostrom, ist schon viel gewonnen, da hierdurch Emissionen vermieden werden. Darüber hinaus unvermeidbare Emissionen können Sie kompensieren. Hierbei wird mittels verschiedener Projekte (beispielswiese der Aufforstung von Wäldern) der entstandene Eingriff in die Umwelt ausgeglichen. Diese finanziell überschaubare Ausgabe ist sicher eine Überlegung wert und wiederum ein guter Anlass für Gespräche. 

Catering

Einen nachhaltigen Caterer erkennen Sie daran, dass er mindestens einen Teil der Zutaten in Bio-Qualität anbietet und zudem regionale und saisonale Gerichte auf der Speisekarte hat. Fair gehandelte Lebensmittel sollten ebenfalls im Menu zu finden sein. Nachhaltiges Catering bedeutet darüber hinaus Einwegverpackungen zu vermeiden. Es gibt auch Caterer, die rundum nachhaltig handeln und sogar mit dem Rad anliefern. Auch Caterer, die sich sozial engagieren und beispielsweise Menschen mit Handicap einstellen sind aus öko-fair-sozialer Perspektive zu begrüßen.