Öko-fair-sozialer Lebensmitteleinkauf


Ernährung ist ein essenzielles Thema, welches alle Facetten der öko-fair-sozialen Beschaffung betrifft. Fleisch oder kein Fleisch? Orangen- oder Apfelsaft? Bio oder regional? Pommes oder Gemüse? Dies sind nur einige der Fragen, die Sie sich möglicherweise bei der Organisation eines Gemeindefestes, einer Konfirmandenfreizeit oder einer anderen Veranstaltung mit kulinarischer Versorgung stellen. So können Sie mit einigen Überlegungen beim alltäglichen Einkauf sofortige Veränderungen hin zu mehr öko-fair-sozialem Handeln bewirken. Oft ist man im Lebensmittelbereich zu Kompromissen gezwungen. So wird sich in seltenen Fällen eine 100%ige öko-fair-soziale Ernährung umsetzten lassen. Im Folgenden wollen wir Ihnen einige Tipps geben, wie Sie möglichst viele Aspekte einer öko-fair-sozialen Beschaffung von Lebensmitteln umsetzen können.

 

 

Fragen, Anregungen und Feedback?

Wir arbeiten daran, unser Angebot kontinuierlich zu erweitern. Dafür freuen wir uns auf Ihre Fragen, Anregungen, Lob und Kritik oder Erfahrungen mit verschiedenen Produkten.

 

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Tipps für den Einkauf öko-fair-sozialer Lebensmittel


ÖKOLOGISCHE LANDWIRTSCHAFT

Bio-Siegel garantieren zum Beispiel den Ausschluss von Gentechnik, chemisch-synthetischen Pestiziden, mineralischem Stickstoffdünger, und legen darüber hinaus zusätzliche Kriterien für den Schutz von Boden, Wasser und Luft an. Mit dem Kauf von Bioprodukten tuen Sie damit Ihrer Gesundheit und der Umwelt etwas Gutes. Bio-Lebensmittel gibt es in zahlreichen Bioläden, auf Märkten und in Hofläden. Bioprodukte haben sogar in Discountern Einzug erhalten. Über die Vielzahl der Siegel verschaffen wir hier einen Überblick.

REGIONAL EINKAUFEN

Mit regionalen Lebensmitteln leisten Sie einen Beitrag zum Klimaschutz denn so vermeiden Sie Emissionen durch kurze Transportwege. Für die CO2-Bilanz einer Mahlzeit ist es entscheidend, ob die Bio-Kartoffeln aus dem Süden Europas oder vom Feld des Landwirtes von nebenan kommen.

SAISONAL ESSEN

Durch den Verzehr von saisonalen Produkten können Sie ebenfalls Emissionen vermeiden. Darüber hinaus ist dieses Obst & Gemüse oft frischer. Die Frage der jahreszeitlichen Anpassung einer Ernährung geht oft einher mit der Frage der Herkunft eines Lebensmittels. So kann man sich beispielsweise die Frage stellen, ob ein Bio-Apfel im Mai aus Chile wirklich eine gute Wahl ist, oder ob in dieser Zeit vielleicht eher Bio-Erdbeeren die jetzt und hier gedeihen auf dem Teller landen sollten. Zahlreiche Saisonkalender helfen Ihnen bei der saisonalen Ernährung ebenso wie diese App.

FAIR EINKAUFEN

Nicht alle Lebensmittel können regional produziert werden, z.B. Kaffee, Kakao und Bananen. Kaufen Sie Produkte aus fairem Handel um Menschen in den produzierenden Ländern ein faires Leben mit fairen Arbeitszeiten und Schulbildung für ihre Kinder zu ermöglichen. Glücklicherweise gibt es inzwischen in vielen Läden Lebensmittel oder weiterverarbeitete Produkte mit Rohstoffen aus fairem Handel.

VERPACKUNGEN VERMEIDEN

Wer kennt das nicht, man kauft ein Produkt, und es ist doppelt und dreifach mit Kunststoff, Pappe oder anderen Verpackungsmaterialien ummantelt. Wählen Sie ein Produkt mit möglichst wenig Verpackung. Beim Thema Verpackung vermeiden kann durch bewusstes Einkaufen zumindest an einigen Punkten Abhilfe geschaffen werden.

OHNE AUTO EINKAUFEN

Fahren Sie nach Möglichkeit mit dem (Lasten)rad oder mit Öffentlichen Verkehrsmitteln zum Einkaufen. Eine Fahrt mit dem PKW zum 20 km entfernten regionalen Biohof um dort 1 kg Möhren zu kaufen führt im gesamten zu einer negativen Ökobilanz.

ÖKO-FAIR-SOZIAL GELD SPAREN

Eine bio und faire Ernährung muss nicht teurer sein, es kommt sehr starkt darauf an, was man kauft. Wer seinen Einkauf an die Empfehlungen zur gesunden Ernährung anpasst, kann ohne große Mehrkosten öko-fair-sozial genießen.

SOLIDARISCHE LANDWIRTSCHAFT

In einer solidarische Landwirtschaft (SoLaWi) werden die Kosten für eine nachhaltige Landwirtschaft unter den Mitgliedern aufgeteilt. Diese bekommen im Gegenzug einen Ernteanteil. Neben dem persönlichen Bezug zum Erzeuger entsteht somit eine marktunabhängige Solidargemeinschaft. Hier finden Sie weitere Informationen finden zu SoLaWis. Eine Karte mit SoLaWis gibt es hier.

Öko-fair-soziale Lebensmittel erkennen Sie an folgenden Siegeln:


EU-Bio-Siegel

Das EU-Bio-Siegel verbietet u.a. den Einsatz von Pestiziden und leicht löslichem, mineralischem Dünger. Außerdem darf kein gentechnisch verändertes Saatgut eingesetzt werden. 95% der verwendeten Zutaten müssen aus ökologischem Anbau stammen.

Unser Fazit:

Sehr empfehlenswert


Bio-Siegel

Die Kriterien des deutschen Bio-Siegels entsprechen denen des EU-Bio-Siegels.

Unser Fazit:

Sehr empfehlenswert


Demeter

Das Demeter-Siegel geht über die Anforderungen des deutschen und des europäischen Bio-Siegels hinaus, so müssen hier zum Beispiel 100% der Zutaten aus ökologischer Landwirtschaft stammen. Der Anbauverband verlangt darüber hinaus eine Umstellung auf 100% ökologische Landwirtschaft der zertifizierten Betriebe.

Unser Fazit:

Sehr empfehlenswert


Naturland

Das Naturland-Siegel geht über die Anforderungen des deutschen und des europäischen Bio-Siegels hinaus, so müssen hier zum Beispiel 100% der Zutaten aus ökologischer Landwirtschaft stammen. Der Anbauverband verlangt darüber hinaus eine Umstellung auf 100% ökologische Landwirtschaft der zertifizierten Betriebe.

Unser Fazit:

Sehr empfehlenswert


Bioland

Das Bioland-Siegel geht über die Anforderungen des deutschen und des europäischen Bio-Siegels hinaus, so müssen hier zum Beispiel 100% der Zutaten aus ökologischer Landwirtschaft stammen. Der Anbauverband verlangt darüber hinaus eine Umstellung auf 100% ökologische Landwirtschaft der zertifizierten Betriebe.

Unser Fazit:

Sehr empfehlenswert


Weitere Anbauverbände

Es gibt einige, weniger bekannte Siegel weiterer Anbauverbände. Eine Übersicht über die verschiedenen Siegel finden Sie unter dem angegebenen Link. Bei Lebensmitteln können Sie sicher sein, das trotz der Siegelvielfalt, dort wo „Bio“ drauf steht auch Bio drin ist. Dies regelt die EU-Bio-Verordnung.

Regional- und Bio-Siegel Baden-Württemberg

Neben den Kriterien des deutschen Bio-Siegels liegt bei diesem Siegel die Produktion des Lebensmittels oder die Herkunft der Rohstoffe ausschließlich hier in Baden-Württemberg.

Unser Fazit:

Sehr empfehlenswert


Qualitätszeichen Baden-Württemberg

Ein weiteres Siegel zertifiziert die regionale Herkunft des Lebensmittels, allerdings ohne Biostandards. Diese Siegel garantiert immerhin für einige Produkte, und ab 2018 für alle Produkte, Gentechnikfreiheit.

Unser Fazit:

empfehlenswert


KraichgauKorn-Initiative

Speziell für Baden gibt es die KraichgauKorn-Initiative, die sich der Herstellung von regionalen und weitestgehend ökologisch (z.B. Verzicht auf Gentechnik) erzeugten Korn- und Backwaren verschrieben hat. Bäckereien, die diese Backwaren verkaufen, müssen ihr komplettes Mehl aus KraichgauKorn beziehen. Es ist jedoch eine Ergänzung durch biozertifiziertes Mehl erlaubt.

Unser Fazit:

Sehr empfehlenswert


Bezugsquellen

  • Regionaler Biokäse Ein Projekt innerhalb evangelischen Landeskirche Baden welches regional, ökologische und soziale Aspekte vorbildlich mit einander kombiniert ist die Kirchen-Käserei Sindolsheim eG. In diesem Integrationsunternehmen wird von Menschen mit und ohne Behinderung leckerer Käse nach Bioland-Standards hergestellt.
  • Regionaler Biowein Auch gibt es vom kirchlichen Dienst auf dem Land der ekiba empfohlene regionale Bioweine.  Falls Sie weitere regionale Anbieter mit besonderem Profil kennen, leiten Sie diese gerne an uns weiter!