Kerzen und Teelichter

 
Kerzenschein schafft eine festliche Atmosphäre, und darum sind Kerzen ein elementarer Bestandteil des Kirchenraums. Sie brennen bei Gottesdiensten und Veranstaltungen, nicht nur in der Adventszeit, sondern fast dauerhaft.
 
Die meisten Kerzen und Teelichter bestehen aus Paraffin, das überwiegend aus Erdöl gewonnen wird und somit nicht nachhaltig ist. Eine Alternative dazu sind Kerzen aus Bienenwachs. Bienenwachs ist zwar ein „nachwachsender“ Rohstoff, aber nur in sehr begrenztem Maße, da Bienen nur kleine Mengen an Wachs produzieren. Weiterhin gibt es Teelichter aus Stearin, was aus pflanzlichen und tierischen Ölen und Fetten besteht. Diese sind etwas nachhaltiger, da es sich um nachwachsende Rohstoffe handelt. Jedoch können diese ebenfalls problematisch sein, da sie oft Palmöl enthalten, für dessen Gewinnung Regenwald abgeholzt wird. Achtet daher bei Teelichtern aus Stearin möglichst auf das RSPO-Siegel, welches verspricht nachhaltiges Palmöl zu zertifizieren. Kerzen aus recycelten Speisefetten oder aus Rapsöl überzeugen am meisten mit ihrer öko-fair-sozialen Qualität, allerdings sind diese nur schwer erhältlich. In unserem Einkaufsportal findet ihr Kerzen und Teelichter aus Stearin und Bienenwachs.
 
 
Bei vielen Teelichtern kommt zusätzlich eine wenig nachhaltige Aluminiumhülle hinzu, die sich allerdings mit einigem Aufwand wiederverwenden lässt. Im Falle von wiederverwendbaren Teelichtern im Glas gibt es ebenfalls einen nicht unerheblichen Reinigungsaufwand.
 
Zusammenfassend können wir nach unserem derzeitigen Kenntnisstand keinen Königsweg empfehlen. Jegliche Art von Kerzen hat aus öko-fair-sozialer Sicht einige Nachteile. Stattdessen empfehlen wir zu überlegen, wo Kerzen wirklich gebraucht werden und wo sie vielleicht weniger wichtig sind, bzw. durch andere Lichtquellen ersetzt werden können.
 

Wissenswertes zu Kerzen und Teelichtern

 

Nachhaltigere Teelichter

Teelichter aus Stearin sind zumindest nachhaltiger als Paraffin-Teelichter. So gibt es Stearin-Teelichter beispielsweise aus RSPO-zertifiziertem Palmöl oder solche, die mit dem Ökosiegel Nordic Swan ausgezeichnet sind und zu mindestens 90% aus nachwachsenden Rohstoffen bestehen.
 

Osterkerze - der Dauerbrenner

Ein guter Hinweis, wie sich eine Osterkerze mehrfach verwenden lässt, erreichte uns aus der Gemeinde Buch in Ahorn-Buch. Das Motiv der dortigen Osterkerze wurde möglichst weit unten angebracht. Dadurch kann man am Jahresende einfach die Jahreszahl austauschen und die Kerze über mehrere Jahre hinweg benutzen.
 

Wachsreste einschmelzen

Wachsreste können gesammelt und eingeschmolzen werden. Diese Wachsreste könnt ihr zum Beispiel im Kindergottesdienst zu neuen Kerzen verarbeiten. Es gibt auch spezielle Schalen mit Docht, in denen Wachsreste verbrannt werden können.
 

Recycling von Teelichthüllen

 
Teelichthüllen in einem Wasserbad bei ca. 70°C erhitzen. Einige Male umrühren. Die Teelichthüllen aus dem Wasserbad herausnehmen. Danach das Wasser abkühlen lassen und das erkaltete Wachs heraussieben. Mit dem Wachs können dann mit passenden Dochten neue Teelichter gefertigt werden.
 

Wachsreste recyclen lassen

 
Alternativ könnt ihr Kerzenreste an verschiedenen Sammelstellen (siehe weiterführende Links unten) abgeben, damit diese professionell zu neuen Kerzen recycelt werden. Vielleicht gibt es ein ähnliches Angebot auch bei euch vor Ort?
 

Speisefett-Kerzen

 
Mit einigem Suchen sind im Handel Kerzen, die aus Altspeisefetten hergestellt werden, zu finden. Da diese zudem hierzulande produziert werden und weder Rohöl noch Palmöl enthalten sind, ist die Klimabilanz gegenüber anderen Kerzen besser.
 

Siegel & Label

 

RAL-Gütezeichen

Das RAL-Gütezeichen steht für verschiedene Kriterien, wie zum Beispiel eine Mindestbrenndauer, das rußarme und tropffreie Abbrennen sowie weitere Qualitätsstandards. Auch werden Anforderungen an Kerzenlacke und Duftzusatzstoffe gestellt. Es beinhaltet jedoch keine weiterreichenden ökologischen oder sozialen Kriterien.
 

GEPA

Die von der GEPA zertifizierten Kerzen werden unter fairen Produktionsbedingungen und hohen Sozialstandards für die Arbeitnehmer*innen hergestellt. Der Rohstoff ist RSPO-zertifiziert.
 

Nordic-Swan-Ecolabel

Das Nordic-Swan-Ecolabel für Kerzen hat strikte Vorgaben für die Verwendung von Duft- und Parfümstoffen sowie weiterer chemischer Stoffe. Die Kerzen müssen zu mindestens 90% aus erneuerbaren Rohstoffen bestehen, Paraffin ist als nicht erneuerbar definiert.
 

RSPO „Roundtable of sustainable Palmoil“

Der runde Tisch für nachhaltiges Palmöl zeichnet Produkte aus, in welchen nachhaltiges Palmöl verwendet wird. Das RSPO-Siegel unterliegt allerdings viel Kritik, so gibt es bspw. wenige Kontrollen, soziale Kriterien werden nur wenig eingehalten und darüber hinaus werden teilweise Produkte zertifiziert, die gar kein nachhaltiges Palmöl enthalten. Am runden Tisch selbst sitzen viele Herstellerfirmen, so dass die Unabhängigkeit fragwürdig ist. Es gibt auch Kritik, die generell in Frage stellt, ob ein nachhaltiger Palmölanbau überhaupt möglich ist.
 

Weiterführende Links