Lebensmittel
Ernährung ist ein essenzielles Thema, welches alle Facetten der öko-fair-sozialen Beschaffung betrifft. Fleisch oder kein Fleisch? Orangen- oder Apfelsaft? Bio oder regional? Pommes oder Gemüse? Dies sind nur einige der Fragen, die ihr euch möglicherweise bei der Organisation eines Gemeindefestes, einer Konfirmandenfreizeit oder einer anderen Veranstaltung mit kulinarischer Versorgung stellt.
Gute Nachrichten: Der Bio-Markt in Deutschland verzeichnet 2025 einen bemerkenswerten Zuwachs. Die Umsätze mit Bio-Lebensmitteln steigen um rund zehn Prozent und erreichen damit ein neues Rekordniveau. Das Marktvolumen liegt erstmals bei 18,3 Milliarden Euro. Der Bio-Anteil am gesamten Lebensmittelumsatz steigt auf etwa 6,9 Prozent und erreicht damit den höchsten Stand seit Einführung des Bio-Siegels im Jahr 2001.
Ökologische Landwirtschaft
Die ökologische Landwirtschaft fördert nachhaltige Anbaumethoden, die Umwelt- und Tierschutz berücksichtigen und auf chemisch-synthetische Pestizide, mineralische Stickstoffdünger sowie Gentechnik verzichten. Zudem setzt ökologische Landwirtschaft zusätzliche Kriterien für den Schutz von Boden, Wasser und Luft als Lebensgrundlage zukünftiger Generationen um.
Mit dem Kauf von Bioprodukten tut ihr eurer Gesundheit und der Umwelt etwas Gutes. Bio-Lebensmittel gibt es in zahlreichen Bioläden, auf Märkten und in Hofläden. Bioprodukte haben sogar in Discountern Einzug erhalten.
Solidarische Landwirtschaft
In einer solidarischen Landwirtschaft (SoLaWi) werden die Kosten für eine nachhaltige Landwirtschaft unter den Mitgliedern aufgeteilt. Diese bekommen im Gegenzug einen Ernteanteil. Neben dem persönlichen Bezug zum Erzeuger entsteht somit eine marktunabhängige Solidargemeinschaft.
Weitere Informationen zu SoLaWis findet ihr hier: www.solidarische-landwirtschaft.org
Bio als Inflationsbremse
Bio-Preise sind deutlich stabiler als die für konventionelle Lebensmittel, da Bio besser gewappnet ist: durch kurze, regionaler ausgerichtete Wertschöpfungsketten und eine ressourcenschützende Kreislaufwirtschaft, die keinen teuren, synthetisch erzeugten Stickstoffdünger oder Pestizide benötigt. Auch die hohe Verbindlichkeit im Bio-Markt durch längerfristige Verträge wirkt inflationsdämpfend. Ebenso die höhere Vielfalt der Handelsstruktur.
Bio vermeidet auch die Schäden des Ökosystems von 90 Milliarden Euro, die durch die Landwirtschaft anfallen. Diese Folgekosten sind sonst nicht im Produktpreis enthalten.
Mit regionalen Lebensmitteln vermeidet ihr Emissionen durch kurze Transportwege. Für die CO2-Bilanz einer Mahlzeit ist es entscheidend, ob die Bio-Kartoffeln aus dem Süden Europas oder vom Feld des Landwirtes von nebenan kommen.
Wenn ihr mit dem Lastenrad statt dem Auto einkaufen könnt, desto besser. Eine Fahrt mit dem Auto zum 20 km entfernten regionalen Biohof lohnt sich umso mehr, je mehr man auf einmal einkaufen kann, oder wenn man zusammen mit anderen einkaufen geht, bzw. die Fahrt mit anderen Fahrten verbindet.
Durch den Verzehr von saisonalen Produkten könnt ihr beachtlich Emissionen vermeiden. Darüber hinaus ist saisonales Obst und Gemüse oft frischer und reifer. Die Frage der jahreszeitlichen Anpassung einer Ernährung geht oft einher mit der Frage der Herkunft eines Lebensmittels. So konkurriert der Bio-Apfel im Mai aus Chile mit den heimischen Bio-Erdbeeren in derselben Zeit. Zahlreiche Saisonkalender und regionale Streuobst- und Pflückinitiativen helfen euch bei der saisonalen Ernährung.
Oft sind Produkte mehrfach mit Kunststoff, Pappe und sonstigen Materialien verpackt. Wählt durch bewusstes Einkaufen ein Produkt mit möglichst wenig Verpackung. Die Initiative „Einmal Ohne, Bitte“ zeigt euch, wie es geht.
Nicht alle Lebensmittel können regional produziert werden, z.B. Kaffee, Kakao und Bananen. Kauft Produkte aus fairem Handel, um Menschen in den produzierenden Ländern ein faires Leben mit fairen Arbeitszeiten und Schulbildung für ihre Kinder zu ermöglichen.
Demeter

Lebensmittel mit dem Demeter-Label stehen für strenge Richtlinien aus ökologischem Landbau und einer biodynamischen Wirtschaftsweise, bei der die Kreislaufwirtschaft im Mittelpunkt steht. Demeter Lebensmittel müssen deutlich höhere Ansprüche als die nach der EG-Öko-Verordnung gekennzeichneten Produkte erfüllen.
GEPA & GEPA Fair+

Mit fair+ macht GEPA darauf aufmerksam, dass das Unternehmen „mehr als fair“ ist. fair+ steht für die Pionierleistungen von GEPA, die das Ziel haben über die allgemeinen Fair-Handelskriterien hinauszugehen. “Fair“ sieht GEPA auf einzigartige Weise als ganzheitlich – das umfasst nachhaltiges Handeln auf sozialer, ökologischer und wirtschaftlicher Ebene.


